Unglaublich – große Irrtümer der Marktforschung

Marktforschung Irrtümer„Ich glaube der Weltmarkt hat Raum für 5 Computer. Mehr nicht.“
Das prognostizierte Thomas J. Watson, Vorstandsvorsitzender von IBM, 1943

 

Ken Olsen, der Vorstandsvorsitzende von DEC sagte 1977:
„Ich sehe keinen Grund, warum einzelne Individuen ihren eigenen Computer haben sollten.“

Wie sehr die Einschätzungen dieser namhaften Unternehmen daneben lag, liegt auf der Hand. Ein Leben ohne Computer? Für uns undenkbar. (Aktuelle Zahlen über die Computernutzung finden Sie z.B. bei Statista)

 

Faxgeräte? Braucht kein Mensch…

Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein Vater Ende der 80er Jahre nach Hause kam und beim Mittagstisch erzählte, dass es in der Firma jetzt ein Faxgerät gibt. Schon das war für mich ein unglaublicher technischer Fortschritt!

Aber wussten Sie, dass es in der Hochzeit der Faxgeräte – Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre keine namhaften amerikanischen Anbieter gab? XEROX z.B. hatte zwar ein Gerät entwickelt, sah darin aber keinen nennenswerten Markt.

Warum?

Weil Marktforschungs-Experten ihren Probanden folgende Frage gestellt haben:
“Würden Sie für über 1.500 Dollar ein Telefonzubehör kaufen, mit dem Sie Briefe, welche die Post für 25 Cent zustellt, verschicken können, und pro Seite 1 Dollar bezahlen?”

Wie hätten Sie auf diese Frage geantwortet? Sehen Sie…Manchmal ist es einfach entscheidend, die richtigen Fragen zu stellen!

 

Was tun? Auf Marktforschung verzichten?

Auf keinen Fall! Schließlich kann man sich ohne Marktforschung nicht richtig irren! Aber je neuer eine (Produkt-)idee ist, umso weniger Verbraucher sich vorstellen können, was das neue „Ding“ kann, umso mehr kommt die (klassische) Marktforschung an ihre Grenzen.
Umso wichtiger ist es, auch einfach mal etwas auszuprobieren und nicht blind einem Marktforschungsergebnis zu vertrauen.

Je innovativer eine Idee ist, umso wichtiger, dass Unternehmen den Mut haben, sich gegen die pseudowissenschaftlichen Standards der Kommunikationswirtschaft zu entscheiden und stattdessen für Erfahrung und Intuition. Auch wenn sich das nur bedingt mit Zahlen rechtfertigen lässt. Alles mit Besonnenheit, freilich!

Linktipp:
https://www.brandeins.de/archiv/2014/werbung/befreit-das-marketing/

Buchtipp:
Heino Hilbig, „Marketing ist eine Wissenschaft – und die Erde ist eine Scheibe“, 2013
Zu bestellen z.B. bei Osiander

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